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Europäisches Literaturfestival Köln Kalk, ELK² - Poetry found in translation

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Jetzt wo ich erst ankomme, fällt es mir nicht einfach, Kalk schönzureden. Ich steige an der Kapelle aus und lange Straßen voller Menschen und Chaos strecken sich vor mir aus, alles kommt dazwischen, kreuzt sich, blickt sich angespannt aus dem Augenwinkel zurück, und natürlich muss ich zwei mal schauen, dass ich mein Handy noch dabei habe, bevor ich zwischen Gebäude falle, die mitten im Abriss hängen geblieben sind. Doch auch hier, nicht nur im Ruhrgebiet, haben Konkret und die alte Industrie ihre Blumen. Vor der alten Fabrik die jetzt als Halle Kalk bezeichnet wird, sitzen gut verteilt diverse Menschen, die entspannt verweilen, Bücher Teilen und Musik hören. Nach den Regentagen hat auch die Sonne entschlossen, das Miteinander unter offenem Himmel mitzumachen. Auf der Bühne sehen wir jeweils zwei Personen: Autor*in und Übersetzer*in sprechen nebeneinander, treten in Dialog. Es erklingen Hebräisch, Griechisch, Spanisch, Serbisch, Arabisch und viel mehr, von dem ich einige Kognate Bruchst...

Fortschritt der Alchemie

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Unter den Aspekten, die für mich Steampunk definieren, ist nicht nur die Uchronie wichtig, sondern auch das Technomagische. Mit der Beziehung zwischen Magie oder Mystik, und Kunst, habe ich mich auf persönlicher Ebene schon länger beschäftigt. Mein Interesse für Alchemie insbesondere hat sich aber erst in den letzten Jahren ausgeprägt. Alchemie ist als ein System des spirituellen Fortschritts strukturiert. Die Verwandlung des Blei zu Gold beschreibt eine Verfeinerung und Reinigung des Materials, welches offensichtlich nicht nur eine archaische Vorstellung der Metalle, sondern vor allem den Geist des Mystikers darstellt. Dies ist ein Symbol, das mit vielen interagiert und in die Komplexität des genannten Systems eingebettet wird. Die Symbole müssen im Endeffekt kryptisch bleiben, und können nur in jedem Leseakt einzeln entschlüsselt werden, denn das Lesen ist auch Teil des alchemistischen Werkes. Dies hat zufolge, dass jeder Autor ganz andere Symbole in den Mittelpunkt stellt. Das S...

The Fragment Show

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"The Fragment Show" entstand aus der fundamentalen Unmöglichkeit, ein Gedicht abzuschließen. Die Grenzen des Poetischen überhaupt sind fließend, und sollten es auch sein. Gedichte sind Momente der Realisierung, die jedoch keine Gesamtheit darstellen. Sie sind immer Teil größerer Weltbilder, und immer Teil eines größeren Gedichts, das sich von selbst immer weiter schreibt. Ähnlich ist der Begriff der Performance zu verstehen. Ich halte etwas für performativ, wenn es eine Aufführung sich nicht als "Stück" eingrenzen lässt. Dazu ist die wichtigste Voraussetzung, dass die Aktion Wurzeln und Konsequenzen jenseits ihrer eigenen Gestik, ihrer eigenen Fiktion hat. Es sind schon einige Jahre, dass ich hin und wieder ohne einen fertigen Text bei einer Lesung ankomme und einfach Schnipsel aus einer Tüte fische, teils handgeschrieben, teils ausgeschnittene oder mit Klebeband zusammengesetzte Papiere in einem Fluss zusammenfüge. Die Ausstellung von Carsten Nicolai kam dann als ...