The Fragment Show
"The Fragment Show" entstand aus der fundamentalen Unmöglichkeit, ein Gedicht abzuschließen. Die Grenzen des Poetischen überhaupt sind fließend, und sollten es auch sein. Gedichte sind Momente der Realisierung, die jedoch keine Gesamtheit darstellen. Sie sind immer Teil größerer Weltbilder, und immer Teil eines größeren Gedichts, das sich von selbst immer weiter schreibt. Ähnlich ist der Begriff der Performance zu verstehen. Ich halte etwas für performativ, wenn es eine Aufführung sich nicht als "Stück" eingrenzen lässt. Dazu ist die wichtigste Voraussetzung, dass die Aktion Wurzeln und Konsequenzen jenseits ihrer eigenen Gestik, ihrer eigenen Fiktion hat. Es sind schon einige Jahre, dass ich hin und wieder ohne einen fertigen Text bei einer Lesung ankomme und einfach Schnipsel aus einer Tüte fische, teils handgeschrieben, teils ausgeschnittene oder mit Klebeband zusammengesetzte Papiere in einem Fluss zusammenfüge. Die Ausstellung von Carsten Nicolai kam dann als ...