miércoles, 10 de junio de 2020

Das Herz des Zahnradmädchens - Steampunk Abenteuer jetzt online

Mein Buch "Das Herz des Zahnradmädchens" ist nun online bestellbar. Es ist eine Steampunknovelle mit Liebe, Alchemie und Riesenrobotern. 166 Seiten in Print oder Ebook.


Hier bestellen

In den aktuellen Zeiten habe ich eine virtuelle Online-Präsentation über Facebook veranstaltet. Diese ist jetzt auch auf Youtube zu sehen. Ich erzähle etwas über mich, das Buch allgemein, und lese natürlich auch etwas daraus.



Worum es im Buch eigentlich geht? Hier nochmal die Inhaltsangabe:

So technisch genial wie sozial inkompetent, schlägt Roald Baxter sich als Ingenieur durch das London der späten Industrierevolution. Der Fund eines komplexen weiblichen Automaten in der Themse stellt ihn jedoch vor große Herausforderungen. Wer ist diese geheimnisvolle Lady und kann sie als Maschine überhaupt ein Bewusstsein haben? Obwohl Baxter vom Mechanismus ihrer Geheimwaffen fasziniert ist, sorgt die Idee einer menschlichen Beziehung bei ihm für Entsetzen. Die Maschine wird jedoch von magischen und mechanischen Gegnern verfolgt. Um hinter die Rätsel ihrer Zahnräder zu kommen, müssen die beiden sich gegenseitig verstehen um nicht nur Kämpfe im brennenden Stahl, sondern auch Magie und den Grund ihrer eigenen Seele zu konfrontieren. 

Das erste Kommentar gab es als Audio von Radioreporter Fabian May:



Ich wünsche viel Spaß damit!

jueves, 30 de abril de 2020

Fortschritt der Alchemie

Unter den Aspekten, die für mich Steampunk definieren, ist nicht nur die Uchronie wichtig, sondern auch das Technomagische. Mit der Beziehung zwischen Magie oder Mystik, und Kunst, habe ich mich auf persönlicher Ebene schon länger beschäftigt. Mein Interesse für Alchemie insbesondere hat sich aber erst in den letzten Jahren ausgeprägt.

Alchemie ist als ein System des spirituellen Fortschritts strukturiert. Die Verwandlung des Blei zu Gold beschreibt eine Verfeinerung und Reinigung des Materials, welches offensichtlich nicht nur eine archaische Vorstellung der Metalle, sondern vor allem den Geist des Mystikers darstellt. Dies ist ein Symbol, das mit vielen interagiert und in die Komplexität des genannten Systems eingebettet wird. Die Symbole müssen im Endeffekt kryptisch bleiben, und können nur in jedem Leseakt einzeln entschlüsselt werden, denn das Lesen ist auch Teil des alchemistischen Werkes. Dies hat zufolge, dass jeder Autor ganz andere Symbole in den Mittelpunkt stellt.

Das Symbol, was in mir am meisten Fragen und Faszination erzeugt hat ist jedoch das Rebis. Bei Umberto Eco klingt es in Das Foucaultsche Pendel eher redundant und sogar heteronormativ. Es wäre nichts weiteres als eine Metapher für die Verbindung zwischen einem Mann und eine Frau, woraus als drittes Wesen nichts mehr als ein Kind, oder die soziale Institution der Ehe entsteht. Der Roman dreht sich immerhin um die psychologischen Bedarf für Glauben und Skepsis, nicht um die Inhalte des Glaubens.

Im Gegenzug dazu begann meine Vertiefung mit dem Symbol als ich es in den Seiten von Grant Morrisons Doom Patrol wiederfand. Der betroffene Held dieses Comics hat keine Beziehung zu einer Frau, sondern zu einem außerirdischen Wesen aus reiner Energie. Der Fokus liegt daher viel mehr darauf, was ein Individuum ausmacht - ist es überhaupt, entsprechend der lateinischen Etymologie, unteilbar? Wenn aus mehreren eins wird, wer ist es dann? Und wenn man doch auf die Verbindung zwischen Männlich und Weiblich zurückdenkt, was ist dann das Rebis, das aus beiden besteht?

Um ein tieferes Verständnis zu erlangen muss man auf Quellen wie der Chymischen Hochzeit des Christiani Rosenkreuz zurückgreifen. Hier wird ein Wanderer in einer geheimnisvollen Gesellschaft initiiert. Sieben Edle werden rituell umgebracht, um erst in der Form eines einzigen roten Vogels, und dann als ein Paar aus Lehm wiederbelebt zu werden. Es geht gerade um die initiatische Erfahrung, wie Mircea Eliade sie am besten beschrieben hat: Der Mystiker muss sich verlieren, um sich selbst zu finden. Man muss das aufgeben, was man war, um zu das zu werden, was man sein wird.

Dieser Gedankengang passte sehr gut in die "education sentimentale", die allmählich zur Säule meiner Novelle Das Herz des Zahnradmädchens wurde. Sie gab der Selbstfindung eine philosophische Tiefe und eine magische Dimension. So konnten die Emotionen sich nicht nur in Riesenroboter, sondern vor allem im Kampf zwischen Schattendämonen und Geheimgesellschaften, Astralreisen und Magi ausprägen. Das Bild des belebten Gegenstands geht Hand in Hand mit der Frage, was ein Seele ist und wie diese sich selbst erkennt.

Erst Jahre nach der Vollendung des Romans, und kurz vor seiner Publikation, gehe ich einen weiteren Schritt in der Realisierung, was das Rebis für mich bedeutet. Die Verbindung zwischen meinen Protagonisten Roald und Mary ist nicht nur eine Reflektion meiner damaligen Beziehung. Sie ist auch ein innerer Prozess in mir: Einerseits, mich selbst erkennen, meinen eigenen Wert zu schätzen lernen, und wie dieser von Anderen Abhängt. Andererseits, an mich zweifeln und zuhören lernen, den Wert und Bedarf meiner eigenen Emotionen einschätzen, vor allem in der Hinsicht, wie sie Andere beeinflussen. Und im Endeffekt, das in mir dekonstruieren, was ich gelernt hatte, als Männlich und Weiblich zu trennen. Zum Rebis meiner selbst, aus Anima und Animus zu werden. Tiefere Überlegungen zu Bewusstsein und Geschlecht bearbeite ich zurzeit mit Dichtung, die bei Gelegenheit die Form einer Performance annehmen könnte.

domingo, 12 de abril de 2020

Perdido Street Station - Groteske Architektur des Mischwesens


Es war wohl der Vortrag von Stefan Ekman in der Universität Wien in 2017, der mir den letzten Anstoß gab, um in der bizarren Welt von China Mieville einzutauchen. Den oft genutzten Begriff der "weird fantasy" finde ich eher nichtsaussagend, wenn nicht sogar redundant. Ich denke eher, dass Perdido Street Station ein entscheidender Beitrag zu den Welten des Steampunks darstellt, auch wenn es den Begriff des Steampunks, und überhaupt jegliche Begriffe, sprengt. Der übergroße Roman ist retrofuturistisch, technomagisch und erzählt zugleich von untergehenden Städten und der historischen Ironie.


Ekman analysierte in seinem Vortrag auf der Tagung der Fantastikforschung vor allem die Stadtkarte von New Crobuzon und wie sie im Roman eingewebt wird. Im Gegensatz zu einem Quest, in dem die Helden einen auf der Karte klar definierten Weg folgen, ist die Stadt New Crobuzon ein türmendes Labyrinth. Die Figuren finden sich, fast herumirrend, hier und da wieder, während Nachrichten und Machteinflüsse aus fernen Vierteln stets präsent sind. Die Geschichte bewegt sich durch die Stadt hin und zurück, in Kreisen und verwobenen Netzen. Ekman merkte ebenfalls an, dass viele Sache auf der Karte nicht beschrieben werden. Diese erscheinen zum Teil für die Figuren selbstverständlich, oder geschehen stattdessen im Untergrund, lassen sich sogar erst im Nachhinein verorten. Die vielschichtige Welt ist, im mehrfachen Sinne, dicht. So sauber und konsistent ihr Worldbuilding ist, der Dreck, das Chaos und die Korruption sind ein wesentlicher Teil
der modernen Großstadt.

Im Vortrag wurde die Stadt als "entweder ein Gehirn, oder London mit einem Fluss zu viel" beschrieben. Zwei Flüsse die ineinander fließen und sich in der Innenstadt inmitten magischer und prosaischer Verschmutzung paaren. Meine Erfahrung der ersten Seiten war eine musikalische Vision: zwei Körper, die im Liebesakt verschmelzen, die Beziehung zwischen zwei unterschiedlichen Spezies, und Spezies die von Menschen als Mischwesen bezeichnet werden könnten. Auch wenn die Statd eine regierende Mehrheit aus Menschen hat, ist sie doch voll von Frauen mit Insektenkopf, Vögeln mit Menschengliedern und Männern mit Kacktushaut. Dazu kommen die Neugemachten, die als Strafe und als Werkzeug der Mächtigen aus unterschiedlichen Quellen zusammengesetzt werden. So wird klar, dass die sogenannten Xenianern nicht "halb menschlich" und keine "Mischwesen", sondern überhaupt nicht menschlich sind. Sie sind nicht halb etwas anderes, sondern ganz sie selbst und haben diese Form schon immer gehabt.

Es gibt zumindest zwei Figuren, die diese Fragen noch weiter vertiefen. Die Künstlerin Lin wird von einem gewissen Mr Motley engagiert, um eine Statue von ihm zu kreieren. Mr Motley erscheint, wie sein sprechender Name selbst impliziert, als eine unbeschreibliche Masse aus ungleichmäßigen Gliedern, das Extrem der grotesken Kombination. Ist er ein Neugemachter? Sein Ursprung wird nie aufgeklärt, doch seine Einzigartigkeit macht seine Darstellung so schwer wie auch nötig.

Der Wissenschaftler Isaac wir dagegen von einem Garuda aufgesucht, ein Vogelmensch, der jedoch seine Flügel verloren hat. Ohne Flügel hat er zwei Beine, zwei Arme und einen Kopf - und doch sieht er sich selbst als unvollständig, als behindert. Dieser Körper bezeichnet den Menschen als anormal und fragt uns dabei, was wir unter Vollständigkeit verstehen, und zeigt, dass Normalität und Behinderung nur soziale Erwartungen sind. Lin kann ihrerseits mit ihrem Insektenmundwerk keine Wörter artikulieren. Sie kommuniziert mit Menschen durch Zeichensprache, doch mit ihresgleichen durch eine komplexe und poetische Aromensprache, für die wiederum die Menschen nicht fähig sind.

Die Stadt verschlingt ihre Einwohner in anachronistischer Architektur. Straßenbahnen und Kanäle sprechen von einer Politik des Öffentlichen, vom komplexen Miteinander dieser Unmenge an disparaten Wesen. Über die Stadt wacht jedoch auch die Himmelsbahn, von der die Ordnungsgewalt stets aus dem massiven Panoptikum herabprasseln kann. Eine Architektur der Autorität, die darum sich bemüht, dass die Mächtigen stets aus dem Chaos profitieren. Doch in den Kanälen entstehen aus dem Abfall der industriellen Magie unerwartete Kreaturen, unter dem Schrott erwachen mechanische Gehirne, die nie träumen, und aus erratischen thaumaturgischen Experimenten entstehen Alptraumfresser, die in der schon geplagten Stadt unaufhaltsam werden. Sie sind der Schrecken der Großstadt selbst, der exzessiven Dichte, des stets wachsenden Abfalls und des rücksichtslosen Profits.

Die Wissenschaftler von New Crobuzon verbinden nicht nur Magie, Technik und Geisteswissenschaft, sondern haben eine weitere Disziplin, die all diese Verbindet. Die wissenschaftlichen Experimente haben eine erratische Methodologie. Im Panoptikum wachen nicht nur Späher und Funkabhörer, sondern auch Psyoniker über den Stand der Bevölkerung. Psychotropische Lichtstrahlen werden mittels eines Spiegelhels abgewehrt, Hirnvibrationen dagegen durch Schläuche umgeleitet, um Feinde zu verwirren. Die Liste der Wunder und Schrecken ist endlos. Ich hätte am Roman fast bemängelt, dass er länger als nötig erscheint - doch gerade dieser Exzess, diese unendliche Entfaltung komplexer Wesen und Landschaften, ist der Herz der Geschichte.

domingo, 15 de marzo de 2020

Flowing bodies, between fairytale and horror - The Shape of Water


These notes are a little old by now. When I watched Guillermo del Toro's highly praised film, I was writing about the concept of the fairy tale body, its grotesque flux as found in the old tales and taken up again by Gaiman and Henson. For carreer reasons, that research is unlikely to continue as such, but here's how I found its tropes in this particular movie.

 1. An off voice, announcing a narration, is heard framing the entire film. The fact of using a narrative voice is in itself already a resource commonly used to distance the action from reality, as a subjective an hypermedial narration. The voice in SoW also clearly quotes fairytale tropes: "The reign of the good prince", "a faraway place" and "an endless love" refer both to an dislocation of the action in time and space, which is unspecific but distant from the narrator's current position. (Cfr. Antonsen) It also constructs the narrated space as a compensatory heterotopia (Cfr. Foucault "Espaces") in which values lost to the present are kept safe and perfect.
The narrative discourse is strongly self-reflexive, and even though that is not my point here, it is mostly speaking about telling a story, which it is currently not telling; which, as a voice, it will never tell, but which we will see through the film. Is this a pseudodiegesis, or a demarcation of actual silence? It is even marking this narration as only conditional: "If I told you"
Finally, the voice also incurs in tropes of the fantastic: it insists on the truthfulness of its account while being very ambiguous about it. Thus, an ambiguity about the narrated concept of truth is created. This matches the ambiguity the voice itself has: Is it the absent voice of the main character, many years after the story took place? In that case, the truthfulness would be reinforced. Or is it a heterodiegetic narrator? In that case, the story would seem utterly unreal. The distance, however, remains unclear and reinforces the question of truthfulness.
 
2. The chime music and the green lights, following a dreamy girl through an old fashioned town, follow a stylistic line made popular by films like "Le Fabouleux destin d'Amelie Poulain". In that sense, the sense of the unreal and romanticized fairytale atmosphere is reinforced.
 
 3. There are several references to "The Little Mermaid": Not only is the main character an underwater creature, he, as well as the female protagonist, are both mute, as is Ariel when she come to earth. Elisa has several dancing scenes, which also connect with Ariel's deal to get legs.
 
4. Bodies are an important topic to the film. In one of the first scenes, Elisa is already shown completely naked and masturbating, where her body takes the whole of the screen. Her body is clearly shown as female, but it is arguable to what degree she can be perceived as sexualized or objectified under the cold light of the bathroom. Although generally embodying a closed notion of the proportionate and feminine, Elisa's body is also marked by an imperfection which takes narrative and metaphoric importance: her scars. The scars are remarked upon as an imperfection and as part of a past, never told story. They are also visually a metaphor for gills, which remark her similarity and connection to the sea creature.
Elisa's muteness is remarked strongly as a disability. While the film gives her sign language a strong presence and underlines both her ability to function and her frequent frustration, muteness is not a visible part of her body, and therefore does not really affect her representation as proportionate and clearly gendered.

The sea creature, on the other hand, is shown as differentiated from the humans in the film through remarkable make-up effects. It must also be noticed that the body is approached only progressively by the film. First, only  bubbles and movement indicate its presence in the water. In a later scene, it can be seen as a shadow under the water. Then, it progressively emerges from the water pool, first showing its eyes, later revealing itself completely. The creature is marked as inhuman by its scales and flippers, but its proportions are not only masculine, but extremely so, hard and muscular. This is made relative again by the fact that it has no visible penis. Elisa explains the presence of a penis afterwards, as something that is worthy of discussion. (see below for body and discourse) In terms of gender, it can be said that his role as a man is not apparent, but he does fulfil it.
The body of the creature is, especially in the first half of the film, subject to severe damage. One may say that most wounds are superficial, but it does shed a lot of blood and is constantly pictured as weak and helpless. With the help of Elisa, it heals and thrives to finally be released into the open sea (the play between water and space could itself deserve an entire discussion of its own). The character therefore fails in performing as a reassuring and protective man during most of the film. This failure is nonetheless reversed in the final scene, where the creature not only saves Elisa's life but kills the antagonist. Thereby it embodies even the more toxic aspects of the masculine role.

Particularly interesting is the treatment of the antagonist's body. His behaviour underlines almost parodystically an extreme performance of toxic hypermasculinity: he is an authoritative father, a reliable servant of his nation, economically fluent, dressed cleanly and pragmatically, but also always ready to apply violence, honouring his own penis and blocking any form of empathy. Although his strong and well dressed body stands as a symbol of hypermasculinity, it is mutilated early on in the film. The lost fingers can even be read as a symbol of castration, reflecting the anxiety that he does not control the phallus, i.e. the power that he applies. (Cfr. Butler)
His masculine performance also implies a self-representation as closed and stable individual. Precisely as he positions himself as an agent of the Law, he presents his body as exemplary and complete, as opposed to the disabled, dysfunctional and abnormal bodies of most other characters. Through the mutilation, however, his body becomes subject to transformation and disintegration. He is opened into the flow and instability of the organic. To his detriment, his body itself escapes the Law by which he pretends to control it. In deed, he attempts to sew his lost fingers back on and spends most of the film with a bandage covering his mutilation. However, the dead fingers gangrene and smell, and he ends up pulling them off himself. The grotesque flow of his body has escaped his control, and he has failed to embody the Law that his masculinity represents.
 
5. Bodies are often described through language. The antagonist's soliloquy on the body of God is particularly explicit, concluding that God "looks a little bit more like me". Bodies are measured against an ideal body, and this ideal body is constructed through power and language as that of the proportionate white male. In this particular scene, it is differentiated from that of the back woman Zelda who is "even" similar to God, and the sea creature, which is too unlike God to be considered human.
In that same sense, Elisa implies that her lack of speech removes her from the act of describing and valuing bodies. Her focus would be visual, as in dance and film - as the film itself which we are watching. Film thereby describes itself as a more sincere medium than language and as a more direct access to the body beyond discourse. (Cfr. Warner)
This argument, clearly present in the film's aesthetics, does not escape contradiction. Elisa after all expresses herself through sign language which does have grammatical structures as abstract as those of spoken language. She also describes the creatures penis through sign language. Yet, at a certain point, sign slips into gesture and language turns into metaphor, disintegrating. Thereby, it tends to replicate the body rather than to control it.
Of course, similar processes would also be conceivable for spoken or written language, but the film expresses it through signing because this has stronger affinity to film itself. One more interesting aspect of signing is that it precisely is produced through the visibility of the body. It is the hands, the gesture, the presence which create the sign. It is therefore not only the body constructed through discourse, but the discourse embodied in gesture.
 
6. Are these, then, bodies of fairy tale? They are rather bodies of the fantastic, incomplete, hurt and healing. Bodies that are subject to fear and sexual desire. Bodies which ultimately seek the dissolution of fixed identities by dissolving into water and becoming shapeless.
The fairy tale discourse, retaken at the end of the film, is rather a vehicle of turning the horror of an intrusion fantasy and represent it as a productive tale of evolution. The liberation and development through the embrace of imperfection is a narrative rather close to that found in many fantasies of Neil Gaiman. The relative distancing of the fairy tale discourse allows to give bodily instability a positive connotation, whereas intrusion fantasy allows to connect it to worlds of experience.
 
References
Antonsen, Jan Erik: Poetik des Unmöglichen. Mentis, Paderborn 2007.
Butler, Judith: Bodies that Matter. Routledge, London 1993.
Foucault, Michel: "Des espaces autres" in Dits et Écrits, vol. 2. Gallimard, Paris 2001.
Warner, Marina: From the Beast to the Blonde. Chatto & Windus, London 1994.

sábado, 29 de febrero de 2020

The Witcher

Man hat The Witcher viel gepriesen, und es würde mir prinzipiell sympathisch erscheinen, eine Serie von Dark Fantasy aus einem weniger konventionellen Hintergrund zu feiern. Die Meisten Fans kommen wohl eher über das Videospiel an die Serie, etwas, was für mich nicht der Fall ist. Gegenüber der Begeisterung wird meine Meinung wohl eher unpopulär sein. Ich halte die Netflix-Version von The Witcher für eine gute Adaption von einer mittelmäßigen Buchreihe. Es schafft, den zynischen Erzähler mit einer konsistent bedrückender Atmosphäre zu ersetzen, und den platten Figuren durch gutes Zeitspiel eine dramatische Entwicklung zu geben.

Ein paar gute Ideen kann man Sapkowski gönnen: Der Krieg mit den Elfen, der aus der Geschichte der Menschen geschrieben wird, hat zwar schon bei Tolkien seinen Vorläufer, wird aber hier zur bewussten Entscheidung, welche die moderne Entzauberung der Welt nicht als Kondition, sondern als Urschuld darstellt.

Aber ehrlich gesagt: ich habe es mit dem ersten Buch versucht und mir dabei den Magen verdorben. Trotz mancher kruden Szenen bleibt die Erzählung linear, die Handlung vorhersehbar und die Figuren einseitig. Die zynische Einstellung des Helden hindert ihn nicht davon, den üblichen Weg eines "aufrechten Mannes" zu folgen. Da Bücherlisten aber mehrmals das fragwürdige Argument verteidigen, dass es erst ab dem vierten Buch richtig los geht (ich frage mich, wer liest bloß vier Bücher um zu schauen, ob es tatsächlich irgendwann losgeht) habe ich einen Sprung zu Das Blut der Elfen gemacht, doch die Einleitung war mir genau so unverdaulich.

Den Lob zur Serie, den ich von Fans gehört habe, ist vor allem direkt auf die visuelle Behandlung zentriert. Selbstverständlich geht es hier um den muskulös männlichen Körper von Henry Cavill und andere nackten Ärsche, aber auch um das etwas häufigere Auftauchen von Monster, welche die Serie als "Fantasy" offensichtlicher machen. Ich finde meinerseits allerdings den Screentime der Monster kein ausreichendes Maß, um die Phantastik des Werks einzuschätzen. Viel mehr frage ich mich, ob irgendeines der Monster oder Zaubersprüche für die Handlung relevant sind. Die Kikimora der ersten Szene ist doch relativ schnell hinüber, bevor die eigentliche Geschichte menschlicher Intrigen beginnt. So geht es auch mit den meisten anderen Fabelwesen, welche eigentlich keine außergewöhnliche Situationen bewirken, sondern trotz der für sie eingesetzten Special Effects eine Randnote, eine Verzierung bleiben.

miércoles, 19 de febrero de 2020

Bochumer Theatertermine - Porno, PorYes und Stadtgeschichte


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Diesen Freitag bin ich übrigens wieder bei einer Aufführung der kultigen Autorin Caroline Edda Königstitte dabei. Ich stelle nicht einen, sondern zwei grottige Frauenhelden aus träschigen und erotischen Groschenromanen dar. Caro hat sich schon länger mit Fifty Shades of Grey und ähnlichen Werken tiefsinnig literarisch auseinandergesetzt. Nach einer Startphase, in der sie erlernte, wie man den Brechreiz zurückhält, hat sie sich den dreh angeeignet, wie sich der Schmalz produzieren lässt, und daraus abstruse Szenen mit Orks und Pickupartistinnen geschmiedet. Die Varietéshow "Artsy Fartsy Ficki Facki" zeigte letztes Jahr aus mehreren Perspektiven, wie die Kommerzialisierung von Sex und Romance weiter degeneriert.
Ich habe in den alternativen Bochumer Theaterkreisen schon mehrere Arbeiten gesehen, die Erotik und Pornographie problematisieren. Stücke sind ohne hin längst nicht mehr dadurch skandalös, das sie Sex graphisch auf die Bühne stellen, doch jetzt sind wir endlich im Prozess, es auch praktisch-künstlerisch zu reflektieren. Der nächste Schritt wird natürlich, aus der Kritik in die Neuerfindung zu gehen, und positive Sexbilder zu zelebrieren. Dazu hat Frau Königstitte dieses mal wohl auch schon einen Ansatz dabei.
21.02., 19:30 Uhr im Café Eden, Herner Str. 13, 44787 Bochum

Die Woche darauf ist eine weitere Präsentation zu sehen, bei der ich kurz mitgemischt habe. Das Team von "Hamme Erzählt" setzt sich schon seit ein paar Jahren mit der Geschichte des Viertels auseinander, wie Leute und Gebäude kommen und gehen, wie manche Sachen sich über die Jahrzehnte hinweg entwickeln, als wären sie schon immer dagewesen. Die Mundart gehört so stark zur lokalen Identität wie auch die Erinnerungskultur an Orte, die es in der Form nicht mehr gibt. Das Schätzen der Vergangenheit und das Erlebnis der Verwandlung versuchen wir, in einer szenischen Aktion kompakt und poetisch auf die Bühne zu bringen.
Für mich ist das kleine aber sehr eigene Theater der Gezeiten auch schon immer eine wesentliche Ecke in der Gegend gewesen. So ist es recht stimmig, dass die Präsentation auch in diesem Traditionsort stattfindet.
28.02. 19:00 Uhr, Theater der Gezeiten, Schmechtingstr. 40, 44809 Bochum

viernes, 20 de diciembre de 2019

Erste Aufzeichnungen des Zahnradmädchens


Meine Lesart der alchemischen Philosophie hat sich über die Jahre hinweg stark verändert. Wie so oft, sehe ich auch in der Novelle, die inzwischen den Arbeitstitel "Das Herz des Zahradmädchens" trägt, im Nachhinein einen Tieferen und ziemlich anderen Sinn, als den ich ursprünglich gedacht hatte.

Meine ersten Aufzeichnungen von 2006 waren komplett auf die Titelfigur zentriert, auf die Erfahrung eines mechanischen Leibs und die Grenzen davon, den Körper als Maschine zu denken. Ab gewissem Punkt, ließ ich mich von Descartes überzeugen, lässt das Bewusstsein sich nicht weiter zerlegen. Selbst wenn ich meinen eigenem Körper auseinandernehmen, bleiben ich und es fremd. In der Mitte des Körpers als Maschine muss ein verschlossenes, magisches Musikkästchen liegen, und was darin liegt ist gehört einer komplett anderen Dimension an. So entstand das Herz des Zahnradmädchens, das in der Mitte eines stets ersetzbaren, ja sogar kreativ stets zu neuen Größen entfaltenden Körpers, emotional-magische Geheimnisse barg.

Ich dachte dabei an meine Kinderspiele mit Transformers und Lego Technik, die später zum experimentellen Computer-Tüfteln wurden. Wie viel liebe man doch tatsächlich um Mechanischen investieren kann!

Die Rolle meiner Figur war jedoch die einer Anderen, ich hatte die Figur als Partnerin und nicht als Protagonistin gedacht. Und ich merkte, dass wenn sie sich selber als Maschine begriff, auch davon ausgehen würde, dass sie keinen Willen hat. Ihre eigene Subjektivität wahrzunehmen wäre die Reise an sich.

Wenn dies aber andere impliziert, sollten diese zugleich auch auf dieser Reise lernen. Die Perspektivenfigur der Geschichte sollte also der Mann sein, der sich, langsam und gegen allen Erwartungen, in das verliebt, was er beharrlich für eine Maschine hält. Dabei kann es keine plötzliche und allheilende Liebe sein. Viel mehr muss auch er lieben lernen, seine eigenen Gefühle und seine Verantwortung innerhalb der Beziehung entwickeln, damit diese Funktionieren kann. Während ich viele andere Plotlines erwog, nannte ich diese "the education of the lover".

Gefühle lassen sich innerhalb einer fantastischen Handlung besonders klar mit Magie verknüpfen um graphisch zu beschreiben, was ansonsten als rein subjektive subjektive Prozesse gelten. Riesenroboter, brennender Stahl und Schattenmonster machen es anschaulicher, wie überlebenswichtig eine interpersönliche Entwicklung sein kann. Immerhin sind solche Vorgänge genau so entscheidend, wenn sie auch nur "im Inneren" passieren.

Dieser Mann, dieser absolute Nerd der sich in eine Maschine verliebt und dann Angst hat, darin eine echte Frau zu finden, hatte in den Animes reichlich Vorbilder. Kurios, wie dies aber wiederum mit den tatsächlichen Problemen der Viktorianischen Zeit so gut zusammenpasste.

Jahre später, nachdem ich eine finale Version der Novelle geschrieben habe, Merke ich, dass das alchemische Mysterium Rebis, welche das Paar der Hauptfiguren darstellt, sich nicht nur auf meine eigenen Liebeserfahrungen bezieht. Auch das Zahnradmädchen, das nach Anerkennung hungert, war schon immer ich. Ich musste mich selbst, oder gerade durch andere, ins Licht rufen, um mich selbst zu erkennen und die diversen Seiten meiner Seele und meines Körpers zu einem neuen Wesen zu verschmelzen.